Dekonstruktion – eine Annäherung

In diesem Beitrag möchte ich mich anhand einiger grundlegender Gedanken dem annähern was als ›Dekonstruktion‹ bezeichnet wird. Der Begriff wird im Rahmen des ›emergenten Dialogs‹ sehr oft verwendet, und sollte daher immer wieder etwas genauer betrachtet werden.

Ich habe die Hoffnung, dass wir das Wort anders verwenden, wenn wir uns in regelmäßigen Abständen einige Gedanken zu ›Dekonstruktion‹ machen. Bewusst verwende ich hier das Wort „wir“, da ich zum einen den Begriff recht häufig selbst verwende und zum anderen, weil ich hoffe dass wir hier zu einem interessanten Austausch über Dekonstruktion kommen, in dem ich eine Menge lernen kann.

Ich lade dich nun ein dem mehr»Link direkt unter diesem Abschnitt zu folgen und dort mit mir ein paar Aspekte von Dekonstruktion anzudenken und dann in den Austausch mit einzusteigen.


Den ersten Gedanken zu Dekonstruktion möchte ich ihrer Herkunft widmen. Sie geht auf Jacques Derrida zurück, ein Philosoph der in Frankreich lebte und zu den poststrukturalistischen Denkern gerechnet wird. Seine jüdische Abstammung und die damit verbundene Diskriminierung in seinem Herkunftsland Algerien sowie seine Erfahrungen als Migrant in Frankreich hatten Einfluss auf sein Denken und haben ihre Spuren auch in der Dekonstruktion hinterlassen.

Dekonstruktion ist keine Methode

Als Dekonstruktion eine breitere Anerkennung in der Philosophie und darüber hinaus erreichte war Derrida stets bemüht darauf hinzuweisen, dass es sich bei Dekonstruktion nicht um eine wissenschaftliche Methode handelt. Während eine wissenschaftliche Methode immer bestimmten Regeln folgt und in unterschiedlichen Zusammenhängen auf dieselbe Weise angewendet werden kann, findet Dekonstruktion in jeder Situation auf andere Weise statt und bringt daher keine, auf übliche Weise, vergleichbaren Ergebnisse hervor. Bevor wir in den folgenden Abschnitten Dekonstruktion näher betrachten wollen, sei an dieser Stelle erwähnt, dass Derrida sie als eine bestimmte Haltung verstanden hatte.

Aufspüren des Unausgesprochenen

Die dekonstruktivistische Haltung drückt sich darin aus, dass der jeweils vorliegende Text äußerst genau betrachtet wird. Dabei gilt jedoch das besondere Augenmerk nicht dem, was gesagt, sondern vielmehr dem was nicht gesagt wurde.

Grundlegend für diese Haltung ist die Annahme einer Vielzahl von Perspektiven und Aussagerichtungen innerhalb eines Textes. Der Text hat demnach nicht nur eine einzige mögliche Aussage und besteht nicht nur aus einer These die, wie in der Dialektik angenommen, von einer Antithese begleitet wird, sondern beinhaltet eine Vielzahl von Perspektiven. Diese Perspektiven stehen häufig in einem Konflikt zueinander. Durch Dekonstruktion können diese Konflikte aufgespürt und ausgedrückt werden.

Die möglichen Konflikte zwischen den unterschiedlichen Perspektiven zeichnen sich durch bewusste Ausschließungen ab, die auf Grund bestehender Hierarchien entstanden sein können. Dadurch dass bewusst auf das gehört wird was nicht gesagt wurde können die verborgenen Perspektiven erschlossen und auf diesem Wege auch die Hierarchien aufgedeckt werden, die zur vorliegenden Gestalt des Textes führten.

Möglichkeit des Unmöglichen

Neben der Enttarnung von Hierarchien eröffnet die Beachtung des nicht Ausgesprochenen einen weiten Raum der Möglichkeiten in dem das Unvorhergesehene ans Tageslicht tritt. Gedanken werden betrachtet die ohne diese Haltung verborgen und damit unbedacht geblieben wären. Es entstehen Möglichkeiten auf anderen Wegen zu denken und dabei auf Unvorhergesehenes zu stossen.

Indem Dekonstruktion die Möglichkeit des Unmöglichen eröffnet kann sie nach Derrida auch auf eine Öffnung dem Anderen gegenüber verstanden werden. Der Begriff ›Andere‹ kann sowohl auf die andere, fremde Person als auch auf andere und fremde Gedanken bezogen werden. In dieser Öffnung werden schließlich auch Engführungen überwunden die auf bestimmten Hierarchien beruhen.

Dekonstruktion und Religion

Manche sehen in der eben erwähnten Möglichkeit des Unmöglichen der Dekonstruktion einen Hinweis auf Gott. Derrida selbst hat darüber jedoch wenig gesagt. Dies liegt zum einen an seinen jüdischen Wurzeln und dem damit zusammenhängenden Schweigen über Gott, als auch an der Tatsache, dass er Dekonstruktion stets als Mythoskritik verstanden hatte.

John D. Caputo entwickelte aus der Dekonstruktion Derridas seine eigene Lesart, die er in enger Verwandtschaft mit so genannter negativer Theologie sieht, da beide sich nach dem Abwesenden, Unmöglichen und Unberechenbaren ausstrecken.

Caputo kann daher die Dekonstruktion als ›Hermeneutik des Reiches Gottes‹ verstehen. Sie bringt das Unmögliche, das Unvorhersehbare ans Tageslicht. Durch eine dekonstruktivistische Haltung entsteht uns Menschen die Möglichkeit über unser begrenztes Denken hinaus zu denken. Indem wir genau an den Stellen weiterdenken über die nichts gesagt wurde, gewinnen scheinbar alt-hergebrachte Texte oder Glaubenssätze eine neue, weitere und tiefere Dimension. Es kann eine Möglichkeit entstehen tiefer zu blicken.

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Mit diesem letzten Gedanken möchte ich diesen Beitrag hier enden lassen, in dem Wissen, dass wir hier maximal begonnen haben Dekonstruktion anzudenken. Nun freue ich mich auf den Austausch in den Kommentaren.

Ein mögliche dekonstruktivistische Lesart der David-Goliath-Begebenheit findest du unter diesem Link bei Andi Gehrlach. Die angesprochene Lesart befindet sich im vierten Abschnitt und beginnt mit dem Wort „Jedoch“.

24 Reaktionen zu “Dekonstruktion – eine Annäherung”

  1. Arne

    Danke Daniel,
    hab auch Caputo gelesen. Ne Frage: weißt du von einem “Lieblingstext” oder so, an dem das Derrida gern durchgespielt hat?

  2. Daniel

    moin arne,

    da derrida dekonstruktion als eine haltung kritischen denkens verstand, dachte er wahrscheinlich in den meisten fällen so. ich weiß von keinem bestimmten text den derrida für besonders geeignet hielt.

    jemand anders eine idee?

    grüße

  3. Jordanus

    Ein hilfreicher Text dazu ist Roland Barthes “Der Tod des Autors”, das ist schön und kurz. Oder Michel Focault “Was ist ein Autor?”.
    Ich glaube, im Prinzip machen die dasselbe wie Derrida, nur etwas verständlicher.
    Noch besser, verständlicher und witziger hat man das bei Nietzsche in der “Götzendämmerung” oder im 125 Fragment von “Die fröhliche Wissenschaft” (auch zu finden unter http://www.textlog.de/21289.html). Das ist Dekonstruktion pur. Denn Nietzsche ist sozusagen der Groß- und Übervater der “Bewegung”.
    Die meisten postmodernen Philosophen wie Focault, Derrida, Barthes, Lacan oder Lyotard betreiben nichts anderes als Nietzsche-Exegese.

  4. interessierter Leser

    Wenn ich (ohne Philosophie voll studiert zu haben) den letzten Beitrag richtig verstanden habe, dann ist er eigentlich eine däftige Herausforderung …

    Warum schreibt der Autor oben eigentlich “Nun freue ich mich auf den Austausch in den Kommentaren.”, wenn er hier monateland nicht antwortet?

  5. Daniel

    Hallo interessierter Leser,

    deine abschließende Frage hat mich nachdenklich gemacht, und daher möchte ich nun – auch wenn es hier off-topic ist – etwas zu deiner Frage schreiben.

    Auf den Kommentar von Arne hatte ich damals recht schnell geantwortet, das lag vor allem an der Tatsache, dass er eine konkrete Frage gestellt hatte. Den Kommentar von Jordanus habe ich mir natürlich auch direkt durchgelesen und darüber nachgedacht. Ich war mir jedoch nicht so recht schlüssig was ich darauf schreiben sollte. Der Kommentar beinhaltete keine direkte Frage, und erschien mir auch nicht an einen anderen Kommentar anzuschließen. Auf mich wirkte der Kommentar nicht gerade dialogbereit und deswegen habe ich nichts darauf geschrieben. Ich hätte natürlich nachfragen können – und das will ich hiermit tun – wie der Kommentar gemeint ist. Bevor ich jedoch auf Jordanus eingehe eine Frage an dich – worin siehst du die Herausforderung der Dekonstruktion die du in deinem Kommentar andeutest?

    @Jordanus
    Wie kommst du zu dem Schluss, dass die meisten postmodernen Philosophen Nietsche-Exegese betreiben? Um deine Antwort verstehen zu können ist es wahrscheinlich auch wichtig, dass du kurz erläuterst wie du den Begriff ›Exegese‹ in diesem Fall füllst.

    In diesem Sinne auf einen fröhlichen Austausch,
    Daniel

  6. jordanus

    Hallo Daniel, hallo interessierter Leser,
    diese Dekonstruktionsgeschichte kann bis zu einem bestimmten Punkt sehr fruchtbar und bildend sein. Mein Hinweis auf Nietzsche soll zeigen, dass das aber auch seine Grenzen hat.
    Nietzsche hat auch alle Erwartungen unterlaufen. Er sah nämlich, wie inkonsequent die moderne Wissenschaft war, die die Vernunft zu ihrem Gott machte, aber trotzdem dachte, es bleibt alles so, wie es ist. Stattdessen versuchte er zu zeigen, dass ohne Gott auch unser ganzes Gedankengebäude zusammenkracht. Das ist Dekonstruktion im wahrsten Sinne des Wortes.
    Diese Erkenntnis versuchen die postmodernen französischen Philosophen umzusetzen. Insofern sind sie Nietzsche-Exegeten. Sie betreiben Philosophie nach dem “Tod Gottes”. In Barthes Aufsatz “Der Tod des Autors” bezieht er sich ausdrücklich auf den Tod Gottes. Und beschreibt meiner meinung nach auch kurz und gut, was Dekonstruktion ist.
    Die Herausforderung besteht nun darin, ob man so ein “Konzept” wie “Dekonstruktion” einfach so praktisch übernimmt oder ob man sich versucht, über die Grundlagen dieses Konzeptes oder vielmehr ”
    Nicht-Konzeptes” klar zu werden.
    Ich bemerke, wie in der Diskussion um Emerging Church viel über Postmoderne und die Anpassung an den Zeitgeist spekuliert wird. Aber nur wenige machen sich Gedanken darüber, woher das kommt und ob das eigentlich wirklich so fruchtbar ist.
    Nietzsche wäre ein Schlüssel dazu. Hier ist alles schon da, was die Postmoderne bewegt. Er ist der Philosoph des 21. Jahrhunderts.
    Die Frage ist: Hat er recht? Und weiter: Wie weit hat er recht?

  7. Daniel

    Hallo Jordanus,

    danke sehr für deinen Kommentar und die Erläuterungen. Nun verstehe ich deine Verwendung der Nietzsche-Exegese und stimme darin mit dir überein.

    Gerade die Frage danach was die Grundlagen der Dekonstruktion sind und wie sie in der Auseinandersetzung mit Theologie, Glaube und Kirche fruchtbar ist, beschäftigen mich sehr. Sich mit diesen Fragen auseinander zu setzen war ja auch die Motivation diesen Eintrag zu schreiben.

    Als Optimist würde ich nun zunächst die Frage nach den möglichen Anknüpfungspunkten stellen, auch wenn die Formulierung unscharf ist – welche Aspekte der Dekonstruktion sind fruchtbar?

  8. jordanus

    Beispiel David-Goliath. Das mit dem Bruch der Regel ist ein interessanter Ansatz. So ein kleines Detail ist bemerkenswert. Darüber nachzudenken, könnte fruchtbar sein, weil es ein Detail des Textes erschließt, dass man aus Gewohnheit nicht mehr sieht.
    Die andere Frage allerdings: Zeugt das wirklich von Textverständnis, wenn man die Geschichte nur von diesem Regelbruch her sieht? Und eine weitere Frage: Worin besteht der eigentliche Regelbruch?

    Kritisch wird es da, wo man Texte nur noch zu dekonstruieren sucht. Und das nicht nur auf Texte beschränkt, sondern auf die ganze Wahrnehmung ausdehnt. Die Frage ist dann, was der eigentlich Grund ist, der mich trägt? Oder geht mir der Grund verloren, auf dem ich stehe? So wie bei Nietzsche. Es gibt kein oben und unten mehr oder wir stürzen fortwährend.

  9. Daniel

    Ich denke du sprichst hier sehr gut die Spannung an, in der wir uns befinden wenn wir die Bibel auf dekonstruktivistische Art und Weise lesen. Auf der einen Seite erhellt die Dekonstruktion uns Details die (durch Gewohnheit) verborgen sind. Auf der anderen Seite könnten wir uns damit den Boden unter den Füßen wegziehen, und nur noch dazu in der Lage sein ohne jeglichen Anhaltspunkt vorwärts zu stolpern.

  10. jordanus

    Gottes Wort dekonstruiert uns, von daher spielt unsere “methode” eh keine Rolle. Vielleicht kann uns diese Spielerei vor Augen führen, wie eingefahren unser Denken und unsere Vernunft ist.
    Aber zum Verstehen der Bibel ist das hier eine der besten Anleitungen:

    “Darüber hinaus will ich dir anzeigen eine rechte Weise, in der Theologie zu studieren – denn ich habe mich geübt. Wenn du dieselbe
    hältst, sollst du so gelehrt werden, daß du selbst geradeso gute Bücher machen könntest (wenn es not wäre) wie die Väter und Concilia.
    Wie ich mich (in Gott) auch zu vermessen und ohne Hochmut und Lüge zu rühmen wage, daß ich etlichen der Väter wollte nicht viel
    nachstehen, wenn es sollte Büchermachen gelten. Des Lebens kann ich mich bei weitem nicht ebenso rühmen. Und zwar ist es die
    Weise, die der heilige König David im 119. Psalm lehrt (und ohne Zweifel auch alle Patriarchen und Propheten gehalten haben). Darin
    wirst du drei Regeln finden, durch den ganzen Psalm reichlich vorgestellt. Und heißen also: Oratio, Meditatio, Tentatio.
    Erstlich sollst du wissen, daß die heilige Schrift ein solches Buch ist, das aller andern Bücher Weisheit zur Narrheit macht, weil keines
    vom ewigen Leben lehrt als dies allein. Darum sollst du an deinem Sinn und Verstand stracks verzagen. Denn damit wirst du es nicht
    erlangen, sondern mit solcher Vermessenheit dich selbst und andere mit dir stürzen vom Himmel (wie es Lucifer geschah) in den
    Abgrund der Hölle. Sondern kniee nieder in deinem Kämmerlein und bitte mit rechter Demut und Ernst zu Gott, daß er dir durch seinen
    lieben Sohn wolle seinen heiligen Geist geben, der dich erleuchte, leite und Verstand gebe.
    Wie du siehst, daß David im oben genannten Psalm immer bittet: ‘Lehre mich, Herr, unterweise mich, führe mich, zeige mir’ und
    solcher Worte viel mehr. Obwohl er doch den Text des Mose und anderer Bücher mehr wohl kannte, auch täglich hörte und las, will er
    noch den rechten Meister der Schrift selbst dazu haben, auf daß er ja nicht mit der Vernunft drein falle und sein eigener Meister werde.
    Denn daraus werden Rottengeister, die sich lassen dünken, die Schrift sei ihnen unterworfen und leicht mit ihrer Vernunft zu erreichen,
    als wäre es Marcolfus oder Aesops Fabeln, wozu sie keines heiligen Geistes noch Betens bedürfen.
    Zum anderen sollst du meditieren, das ist: nicht allein im Herzen, sondern auch äußerlich die mündliche Rede und geschriebenen Worte
    im Buch immer treiben und reiben, lesen und wiederlesen, mit fleißigem Aufmerken und Nachdenken, was der heilige Geist damit
    meint. Und hüte dich, daß du nicht überdrüssig werdest oder denkst, du habest es ein Mal oder zwei genug gelesen, gehört und gesagt
    und verstehst es alles bis auf den Grund. Denn daraus wird nimmermehr ein sonderlicher Theologe. Und sind wie das unzeitige Obst,
    das abfällt, ehe es halb reif wird.
    Darum siehst du in demselben Psalm, wie David immerdar rühmt, er wolle reden, dichten, sagen, singen, hören, lesen Tag und Nacht
    und immerdar, doch nichts denn allein von Gottes Wort und Geboten. Denn Gott will dir seinen Geist nicht geben ohne das äußerliche
    Wort. Danach richte dich. Denn er hat es nicht vergeblich befohlen, äußerlich zu schreiben, predigen, lesen, hören, singen, sagen etc.
    Zum dritten ist da Tentatio, Anfechtung. Die ist der Prüfstein, die lehrt dich nicht allein wissen und verstehen, sondern auch erfahren,
    wie recht, wie wahrhaftig, wie süß, wie lieblich, wie mächtig, wie tröstlich Gottes Wort sei, Weisheit über alle Weisheit.
    Darum sieht du, wie David in dem genannten Psalm so oft klagt über allerlei Feinde, frevle Fürsten oder Tyrannen, über falsche Geister
    und Rotten, die er leiden muß, weil er meditiert, das ist: mit Gottes Wort umgeht (wie gesagt) auf allerlei Weise. Denn sobald Gottes
    Wort ausgeht durch dich, so wird dich der Teufel heimsuchen, dich zum rechten Doktor machen und durch seine Anfechtung lehren,
    Gottes Wort zu suchen und zu lieben. Denn ich selber (daß ich Mäusedreck auch mich unter den Pfeffer menge) habe sehr viel meinen
    Papisten zu danken, daß sie mich durch des Teufels Toben so zerschlagen, bedrängt und geängstet, das ist, einen rechten, guten
    Theologen gemacht haben, wohin ich sonst nicht gekommen wäre. Und was sie dagegen an mir gewonnen haben, da gönne ich ihnen
    die Ehre, Sieg und Triumph herzlich wohl. Denn so wollten sie es haben.
    Siehe, da hast du Davids Regel: Studierst du nun wohl diesem Exempel nach, so wirst du mit ihm auch singen und rühmen in
    demselben Psalm: ‘Das Gesetz deines Mundes ist mir lieber denn viel tausend Stück Goldes und Silbers.’ Item: ‘Du machst mich mit
    deinem Gebot weiser denn meine Feinde sind; denn es ist ewiglich mein Schatz. Ich bin gelehrter denn alle meine Lehrer; denn deine
    Zeugnisse sind meine Rede. Ich bin klüger denn die Alten; denn ich halte deine Befehle’ etc. Und wirst erfahren, wie schal und faul dir
    der Väter Bücher schmecken werden. Wirst auch nicht allein der Widersacher Bücher verachten, sondern dir selbst in beidem, im
    Schreiben und Lehren, je länger je weniger gefallen. Wenn du hierher gekommen bis, so hoffe getrost, du habest angefangen, ein
    rechter Theologe zu werden, der du nicht allein die jungen unvollkommenen Christen, sondern auch die zunehmenden und
    vollkommenen mögest lehren. Denn Christi Kirche hat allerlei Christen in sich: junge, alte, schwache, kranke, gesunde, starke, frische,
    faule, schlichte, weise etc.
    Fühlst du dich aber und läßt dich dünken, du habest es gewiß, und kitzelst dich mit deinen eigenen Büchlein, Lehren oder Schreiben,
    als habest du es sehr köstlich gemacht und trefflich gepredigt, gefällt es dir auch sehr, daß man dich vor anderen lobe, willst auch
    vielleicht gelobt sein, sonst würdest du trauern oder nachlassen, – bist du von der Art, Lieber, so greif dir selber an deine Ohren. Und
    greifst du recht, so wirst du finden ein schön Paar großer, langer, rauher Eselsohren. So wende vollends die Kosten dran und
    schmücke sie mit güldnen Schellen, auf daß, wo du gehst, man dich hören könnte, mit Fingern auf dich weisen und sagen: Seht, seht,
    da geht das feine Tier, das so köstliche Bücher schreiben und trefflich wohl predigen kann. Alsdann bist du selig und überselig im
    Himmelreich. Ja, wo dem Teufel samt seinen Engeln das höllische Feuer bereitet ist. Summa, laßt uns Ehre suchen und hochmütig
    sein, wo wir mögen. In diesem Buch ist Gottes die Ehre allein und heißt: ‘Deus superbis resistit, humilibus autem dat gratiam.’ (1 Petr
    5,5) Cui est gloria in saecula saeculorum. Amen.”

    Martin Luther

  11. Jordanus

    Ja, da fällt Euch nichts mehr ein, wa?

  12. Chris

    Liebe Leute, das ist ja leider noch ein ganz elendes Verständnis.
    Schaut erstmal in Schleiermachers Dialetik, hrsg. von Manfred Frank
    Seit Schleiermacher hat die Hermeneutik entgegen aller Behauptungen keinen Fortschritt mehr gemacht! Zuerst gilt es Schleiermacher richtig zu verstehen. Wie kann man Derrida verstehen, wenn dieser die Idee des Verstehens bestreitet?

    Derrida behautet – so wird behauptet – Dekonstruktion sei keine Methode, d.h. dies ist ihr Selbstverständnis. Vielleicht ist es aber eine Methodik? Was sind Kriterien für Methoden?. Die Vergleichbarkeit kann lediglich nur relational auf die Methode selbst bezogen sein. Was ist mit dem Standpunkt des Beobachters (Luhmann)? Dekonstruktion stammt von Heidegger (Destruktion) und Benjamin (Destruktion & Rekonstruktion). Beide waren teilweise ihren Ideen nach okkulte Faschisten bzw. Gnostiker, die die moderne Welt abschaffen wollten (“Tigersprung ins Vergangene”). Es ist fraglich, ob Heidegger Augustinus richtig verstanden hat. Kritisiert Augustinus nicht die Politik als Erlösungsweg? Warum bleibt Heidegger auf die Herrschaft über die Natur fixiert? Fast alle zentralen Autoren der Postmoderne bleiben auf Mythen fixiert und versuchen Mythen als Freiheit zu verkaufen. Das ist bullshit. Mythos bedeutet Existenz in der Höhle Platons und damit die Hölle auf Erden und dannach ewige Hölle. Dafür starb Jesus bestimmt nicht. Gleichzeitig kritisieren “die Postmodernen” das normale und natürliche. Damit bestreiten sie die Güte der Schöpfung und das Wohlwollen Gottes insgesamt.

    Die Kritik der Methode liegt im Ursprung bei Descartes. Heidegger und Co kritisieren Descartes zuerst, weil Descartes den Zweifel als nicht bezweifelbar bezeichnet (“ich denke also bin ich”). Dies gilt als Ursache aller Krisen der Moderne. Der Zweifel beginnt aber mit der Kritik am Jüdischen Gesetz im Namen der Liebe Gottes. Derrida zielt in Wahrheit auf das Christentum und seinen Antinomismus (vgl. auch mal Leo Strauss). Das Christentum privilegiert den Zweifel im Namen der Offenbarung für die Offenbarung, nicht gegen sie.

    Derrida zerstört nach meinem bisherigen Interpretation das Christentum, weil er mit der Kritik des Sinn als Präsenz auch die Präsenz des christlichen Geistes attackiert. Derrida privilegiert eineindeutig die jüdische Tradition der Schrift und damit deren Hierachie (Levi-Strauss). In meinen Augen ist das im Kern alles leider und zum GLück ganz simpel. Kann jedem Kind verstehbar gemacht werden. Die Frage ist nur auf welche Art und Weise. Der Geist ist für jeden da, die Tradition der Schrift nicht automatisch. Zum Glück leben wir nach Luther.

  13. Chris

    Nochmal zum Unausgesprochenen:

    Nach dem Buch von Assmann “Moses der Ägypter” besteht das Unausgesprochene lediglich darin, dass es keinen (allmächtigen) Gott gibt. Religion diente immer nur der Herrschaft, d.h. einem absoluten Gesetz.

    Die Verkündigung Jesu gibt es allerdings in jedem Fall. Das Problem ist, inwiefern Religion als Politische Theologie der Herrschaft diente bis zu dieser Verkündigung (“Mein Reich ist nicht von dieser Welt”). Ob dieses “Reich” auch nur irgendetwas etwas im Sinne Platons meinte, ist wohl fraglich. Das Wort Reich scheint mir überhaupt fraglich zu sein, nicht zuletzt im Glaubensbekenntnis. Man könnte auch “Demokratie” formulieren und damit auf die Bedeutung “gestalten” von Demokratie verweisen im Sinne: Deine “Gestaltungsmacht” oder “Gestaltungswirkung” komme. Eine “Reichsidee” ist nur insofern relevant, dass ein Reich kein Nationalstaat ist und keinen Stamm privilegiert.

  14. Daniel

    Hallo Chris,

    auf was willst du mit deinen Kommentaren denn hinaus? Du reißt meiner Ansicht nach sehr vieles an, der rote Faden dagegen bleibt mir verborgen.

  15. jordanus

    Er will sagen: Ich muß hier mit mir selbst diskutieren, weil die Schlaftabletten, die dieses aufregende und relevante Blog betreiben, sich höchstens monatlich beteiligen.
    Dagegen war die zeitschriftenkultur der spätaufklärung von rasender schnelligkeit.
    Aber jaja, ich weiß, heutzutage kommt man zu nix. Und außerdem, wen interessiert Derrida, wenn sich gerade unser Finanzsystem dekonstruiert?

  16. toby

    Großartig! Das ist die beste Antwort, die ich seit langem gelesen habe! Danke & leider wahr! :)

  17. scipion

    Mich verblüfft doch erheblich, dass hier eigentlich über die strukturalistische Überspanntheit namens Dekonstruktion diskutiert werden möchte, gleichwohl aber Begriffe fallen, die schlicht fehl am Platz sind – Sinn, Geist, Wahrheit, – was soll das alles sein.?

    Darüber hat zwar sicher jeder mit gewissen transzendentalen Allüren einmal nachgedacht – worauf aber diese Begriffe referieren – das kann kaum allgemeingültig geklärt werden und schon gar nicht mithilfe der Dekonstruktion.
    Gerade ihr Anliegen ist es, solch vermeintlich historisch invarianten Instanzen den Absolutheitsanspruch zu entziehen und zwar dergestalt, dass ihre historische Varianz, was ihr Referenzpotential angeht, aufgezeigt wird und damit verbunden auch der Missbrauch, der mit ihnen getrieben wird – infolge der Tatsache, dass sie eben als Ausschlussmechanismen funktionieren, die eben Grenzen des Sagbaren etablieren.
    Und diese Grenzen gilt es zu zeigen – mithin, wenn man das tut betreibt man Dekonstruktion. Jedoch nicht Destruktion.

    Das Dilemma nämlich ist, dass jeglicher noch so radikale Dekonstruktionsversuch in denselben Grenzen verhaftet bleibt, die auch seine Gegenstände bestimmen, nämlich in jenen der Sprache.

    Jede Bezeichnung ist sogleich eine Abstraktion dessen, was da benannt werden soll und daher ist auch jegliche Dekonstruktion stets eine Abstraktion, möglicherweise zeigt sie Alternativen auf.

    Dazu ein Beispiel:
    Ich habe das nicht länger verfolgt, aber eine Zeit lang war ja das Thema “Offenlegung des menschliches Genom” in der Öffentlichkeit sehr en vogue.

    Im Grunde aber ist das ein Spezialdiskurs der Genetik, wovon eben auch nur ausgewiesene Spezialisten wirklich etwas verstehen. Für eine breitere Öffentlichkeit, und für die ist es ja von Belang, da ja vermeintlich Hoffnung besteht, dass bestimmte Erbkrankheiten geheilt werden könnten, bedarf es zur Vermittlung des Themas einer Simplifizierung der an sich sehr komplizierten Materie. Das geschieht über das Mittel der Metapher – und im angeführten Beispiel wird das menschliche Genom behandelt wie ein Text. Das Genom bestünde demnach also aus einer Reihe von Zeichen (namentlich Sequenzen der vier Basen A, C, G, T).
    Das dem so ist, ist daran zu sehen, wie denn die Praxis der Offenlegung attributiert wird – da wird entschlüsselt, decodiert, dechiffriert, geknackt usw. – Tätigkeiten, die man eigentlich an verschlüsselten Texten betreibt.

    Dummerweise aber suggeriert diese Textmetaphorik, dass sich einzelne Sequenzen, die Gene eben, gleichsam eines Prädikats oder Objekts innerhalb eines Textes oder Satzes isoliert betrachten lassen bzw. auch modifizieren lassen würden. (Das ist dann der Unfug mit dem Gen für Schönheit oder Klugheit, das dann immer mal wieder gefunden wird – und allen Ernstes kann man sich auf den Homepages von amerikanischen Samenbanken ja ausführliche Profile der Spender ansehen, um auch ja keinen Idioten zu bekommen – das ist der Weg zum Designerbaby)

    Was allerdings nicht so bekannt ist, dass in Laborversuchen mit Tieren, bei denen einzelne Gene verändert worden sind, diese dann zwar einen entsprechend veränderten Phänotyp aufweisen, sie aber häufig auch Krebs oder sonstwas bekommen.
    Damit ist die Grenze des Sagbaren erreicht, etabliert durch die Textmetaphorik. Denn innerhalb eines Satzes kann ich zwar ein Element austauchen – ein Objekt durch ein anderes – und es bleibt weiterhin ein Satz, hingegen scheint dies beim Genom nicht der Fall zu sein, da seine Funkionsweise offenbar nicht aus den jeweiligen Einzelfunktionen der Gene resultiert, sondern vielmehr orchestral organisiert zu sein scheint. Dies aber lässt sich schlechterdings mit der Textmetapher nicht abbilden.

    Nach dieser durchaus sehr reduzierten Dekonstruktion des Textbegriffes in Bezug auf das menschliche Genom, bleibt nun die Möglichkeit eine andere zu finden – diese aber wird auch kaum der Komplexität des Themas gerecht werden, da Begriffsbildung per definitionem schon immer eine Abstraktion ist.

    Und daher sind Begriffe mit Absolutheitsanspruch (Sinn, Gott usf.) beim Thema Dekonstruktion völlig fehl am Platz, denn es handelt sich hierbei einfach um eine relativistische Debatte.
    Das mag man im Kern unmoralisch finden, aber Wahrheiten gibts bei der Dekonstruktion nicht zu finden, allenfalls variante Gültigkeiten werden gezeigt, in aller Regel problematisiert und es kann einem in der Tat die Füße weghauen, wenn man sich seiner eigenen Subjektivität nur noch als begriffliche Projektion sicher sein kann.

  18. Daniel

    Hallo Scipion,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Den Einwand, dass Dekonstruktion nichts mit Begriffen zu tun haben kann die einen Absolutheitsanspruch stellen kenne ich sehr gut. Meiner Ansicht nach ist es dennoch wichtig in diesem Kontext zu dekonstruieren – und zwar mit der Motivation die du in folgender Aussage angesprochen hast:

    Gerade ihr Anliegen ist es, solch vermeintlich historisch invarianten Instanzen den Absolutheitsanspruch zu entziehen und zwar dergestalt, dass ihre historische Varianz, was ihr Referenzpotential angeht, aufgezeigt wird und damit verbunden auch der Missbrauch, der mit ihnen getrieben wird – infolge der Tatsache, dass sie eben als Ausschlussmechanismen funktionieren, die eben Grenzen des Sagbaren etablieren. Und diese Grenzen gilt es zu zeigen – mithin, wenn man das tut betreibt man Dekonstruktion.

    Bei der Dekonstruktion werden die Grenzen der Sprache und des Sagbaren deutlich. Absolutheitsansprüche werden obsolet und die Subjektivität des Wahrgenommenen wird deutlich. Ich denke, dass gerade in der Theologie eine solche Auseinandersetzung sehr hilfreich sein kann.

    Durchaus bewusst bin ich mir im praktizieren einer solch theologischen Dekonstruktion, dass sowohl die „Überzeugten Dekonstruktivisten“ als auch eine Reihe von Theologen und Christen dieser Praxis kritisch gegenüber stehen. Dennoch erachte ich es, unter anderem mit John D. Caputo oder auch Peter Rollins, als äußerst sinnvoll sich dieser Spannung auszusetzen.

    Viele Grüße
    Daniel

  19. scipion

    Hallo Daniel,

    ich musste einen Augenblick darüber nachdenken, wie sich Theologie und Dekonstruktion verbinden ließen – habe mich dabei der Differenzierung zwischen “Negativer” und “Positiver” Theologie erinnert – und glaube, das könnte dabei helfen. Der Unvereinbarkeit von Dekonstuktion und Begrifflichkeit mit absolutem Geltungsanspruch sind wir uns ja einig. Insofen bietet die Positive Theologie (Paradies, Fegefeuer, Ewigkeit,) dankbare Angriffspunkte für dekonstruierendes Denken.

    Doch es gilt ja eben nicht eine eigentliche Wahrheit aufzudecken, kalter Rationalismus, die Wahrhaftigkeit der Aufklärer, etikettiert mit dem Label “Vernunft” und damit nur ein neuer Götze ist ja nicht Sinn und Zweck der Übung.

    Allenfalls Sagbarkeitsgrenzen, Möglichkeiten von Wissen – und im Falle der Kirche einigermaßen entsprechend Strukturen der Macht – sollen gezeigt werden. Und im Günstigsten Falle eben Alternativen, die qua sprachlicher Bedingtheit natürlich auch nur metaphorischen Quasi-Charakters sein können.

    Damit kommt die Negative Theologie ins Spiel. Wenn also Transzendenz nicht mehr mit der Möglichkeit von Absolutheit verbunden werden kann, gerät natürlich ein entsprechender Gottesbegriff ins Wanken. Das heißt aber nicht, dass er endgültig evakuiert werden kann. (nur nebenher: das ist die übliche atheistische Einfältigkeit – eine eher simple semantische Relation: Komplementarität – wie will man Nicht-Gott definieren ohne Gott?)

    Wenn man aber transzendentales Vermögen als Ausweis menschlichen Bewusstseins betrachtet – Sloterdijk hat das mal Immunsystem dritter Ordnung genannt – dieses aber als stets zu hinterfragenden, dekonstruierenden Prozess begreift und nicht als Frage-Antwort-Spiel – kommen wir bei Jesus an: Denn ihn versteh ich mit Dostojewski nicht als Verkünder einer ewigen Wahrheit; seine Botschaft ist , dass es genau die nicht gibt. Was es aber gibt, und zwar für jeden einzelnen, ist die Möglichkeit zu wählen, den individuellen Weg. Gut und Schlecht sind lediglich Perspektiven, im Ergebnis abhängig vom jeweiligen Beobachter. Und eine richtige Wahl kann es schon deshalb nicht geben, weil sie sich immer im Spannungsverhältnis zwischen Individuum und Gemeinschaft befindet – so ist das mit den Menschen nunmal.

    Abschließend, warum soll man sich trotz dieser relativistischen Einsichten zumindest darum bemühen keinem anderen zu schaden?

    Meine Antwort dazu bedarf eines anthropologischen Arguments:
    Weil unabhängig von der jeweiligen Lebenssituation die meisten Mütter dieser Erde ihre Kinder entsprechend behandeln und das obwohl sie ja eigentlich die Wahl haben.

    Jesus als Erfinder der Dekonstruktion? – ich freu mich auf Deine Antwort.

  20. Jordanus

    “Denn ihn versteh ich mit Dostojewski nicht als Verkünder einer ewigen Wahrheit; seine Botschaft ist , dass es genau die nicht gibt.”

    Scipion, Ich demonstriere mal meine schlichte Form der Bibellektüre:
    Wenn Jesus sagt,

    “Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich”

    so ist damit ja schon ein statisches Verständnis von Wahrheit, das Wahrheit als dem Menschen allzeit verfügbar sieht, unterlaufen.

    Aber dass es Wahrheit nicht gibt, sagt er nicht.

  21. Jordanus

    gähn…

    also, wenn man die diskussionsfreude auf diesem blog sieht, hat man das gefühl, emergent ist schon tot, bevor es überhaupt begonnen hat.
    vielleicht ist das niveau zu hoch?
    also, an mir liegt es nicht!

  22. Daniel

    vielleicht ist aber auch noch allerhand sonst im leben los, jenseits von blogs und kommentaren ;)

  23. Daniel

    Deine Aussage Jordanus, dass Jesus mit dem Satz „ich bin der Weg…“ auf eine statische Wahrheit hinweist stelle ich in Frage – im Textzusammenhang scheint es meiner Ansicht nach gerade um etwas anderes als um eine statische Wahrheit, sondern um einen Weg zu gehen.

    Ich sehe das ähnlich wie du, Scipion, Jesus stellt vieles in Frage und deckt dadurch eine Reihe Annahmen und Urteile auf. Meiner Ansicht nach ist eine rein individuelle Entscheidungen für oder gegen einen Weg kaum möglich, da wir zu sehr in Interaktion mit unserem Umfeld stehen als sagen zu können „dafür habe ich mich selbst entschieden“. Ich würde die Argumentation auch nicht so sehr in Richtung von richtig und falsch lenken sondern mehr von der Perspektive her denken was gut ist – im Sinne was leben fördert. Und an dieser Stelle würde ich mit Paulus sagen, dass uns alles erlaubt ist auch wenn nicht alles gut ist. In diesem Zusammenhang rede ich gerne von einem Leben in Harmonie mit der Idee Gottes, diese Idee bleibt immer zu großen Teilen Spekulation, über die unterschiedlichsten Zeugnisse des Handelns Gottes ist jedoch eine gewisse Annäherung möglich. Wenn angenommen wird, dass die Menschheit als Gegenüber Gottes geschaffen ist und eingeladen ist an der dreieinigen Gottesgemeinschaft teilzunehmen, dann ist ein Leben in Harmonie mit Gottes Idee im Menschen anzunehmen – zumindest tue ich das – und das wäre meiner Ansicht nach auch ein Hinweis auf ethische Entscheidungen angesichts relativistischer Einsichten. In all diesen Aspekte sehe ich Gott eng mit dekonstruktivistischem Denken verbunden.

  24. grossir les testicules

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