Kommentare zu: Im Gottesdienst Heimat finden http://zeit-geist.info/2009/10/06/im-gottesdienst-heimat-finden/ Kultur und Evangelium in der Postmoderne Tue, 08 Oct 2013 15:59:00 +0000 hourly 1 http://wordpress.org/?v=3.3.1 Von: Uwe Metz http://zeit-geist.info/2009/10/06/im-gottesdienst-heimat-finden/comment-page-1/#comment-249 Uwe Metz Sat, 15 Jan 2011 09:49:58 +0000 http://zeit-geist.info/?p=36#comment-249 Guten Tag, ich stimme Wolfram sehr zu, in der Aussage, dass wir Christen gerne in die lehrmäßige Ausseinandersetzung (ab)gleiten. Es ist ein probates Mittel, um sich der Notwendigkeit, eine eigene Antwort zu finden, zu entziehen. Ich erlebte dies in meiner hauptamtlichen Tätigkeit, aber beobachte das auch aus der Perspektive des nicht-hauptamtlichen Gemeindegliedes. Der Pastor wird als Entscheidungsträger und als Ausführender in der Gemeinde in Folge immer wichtiger. Das ist vielen Hauptamtlichen allerdings gar nicht unangenehm. Es stärkt einen in der Wahrnehmung der eigenen Bedeutung. Über diesen Aspekt, Macht und "Gewaltenverteilung" in der Gemeinde wird, bei aller Aufmerksamkeit der lehrmäßigen Auseinandersetzung gegenüber, erstaunlich wenig nachgedacht. Ich empfand die Bücher von Stempfle, Mehr als Gottes Bodenpersonal, Brunnen Vlg. und Lövas, Wolf im Schafspelz, Brendow Vlg. erhellend. An diesem Punkt ist es nach meinem Dafürhalten entscheidend, dass Christen in echte Auseinandersetzung treten. Nach meiner Erfahrung genügt (leider) die Frage nach der Bibel nicht. Die gewohnten, gefestigten Strukturen wiegen schwerer als die Frage, ob sie dem biblischen Zeugnis angemessen sind. Auch deshalb greift eine lehrmäßige Auseinandersetzung hier nicht. Herzlichst Uwe Metz Guten Tag,

ich stimme Wolfram sehr zu, in der Aussage, dass wir Christen gerne in die lehrmäßige Ausseinandersetzung (ab)gleiten. Es ist ein probates Mittel, um sich der Notwendigkeit, eine eigene Antwort zu finden, zu entziehen. Ich erlebte dies in meiner hauptamtlichen Tätigkeit, aber beobachte das auch aus der Perspektive des nicht-hauptamtlichen Gemeindegliedes. Der Pastor wird als Entscheidungsträger und als Ausführender in der Gemeinde in Folge immer wichtiger. Das ist vielen Hauptamtlichen allerdings gar nicht unangenehm. Es stärkt einen in der Wahrnehmung der eigenen Bedeutung. Über diesen Aspekt, Macht und “Gewaltenverteilung” in der Gemeinde wird, bei aller Aufmerksamkeit der lehrmäßigen Auseinandersetzung gegenüber, erstaunlich wenig nachgedacht. Ich empfand die Bücher von Stempfle, Mehr als Gottes Bodenpersonal, Brunnen Vlg. und Lövas, Wolf im Schafspelz, Brendow Vlg. erhellend.

An diesem Punkt ist es nach meinem Dafürhalten entscheidend, dass Christen in echte Auseinandersetzung treten. Nach meiner Erfahrung genügt (leider) die Frage nach der Bibel nicht. Die gewohnten, gefestigten Strukturen wiegen schwerer als die Frage, ob sie dem biblischen Zeugnis angemessen sind. Auch deshalb greift eine lehrmäßige Auseinandersetzung hier nicht.

Herzlichst
Uwe Metz

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Von: Wolfram http://zeit-geist.info/2009/10/06/im-gottesdienst-heimat-finden/comment-page-1/#comment-248 Wolfram Thu, 13 Jan 2011 19:07:29 +0000 http://zeit-geist.info/?p=36#comment-248 Hallo zusammen, habe mir den Bericht von Tobias durchglesen u. die anderen Kommentare dazu. Es ist typisch für uns Christen, daß wir wieder in die lehrmäßige Auseinandersetzung, wenn auch positiv, abgleiten. Sollten wir uns nicht Gedanken darüber machen, was Gemeinde oder Gottesdienst in der postmoderne oder nach der Postmoderne ist? Persönlich habe ich von einer freien Gemeinde in eine Freikirche gewechselt. Hier ist ein großes Sehnen nach Wachstum geistlich wie auch bzgl. der Mitglieder, da die Gemeinde überaltert ist. Das Problem der meisten Gemeinden ist doch, daß man zur Kirche oder Gottesdienst geht und nicht versteht, daß dies doch garnicht möglich ist, da wir als einzelne Glieder doch Gemeinde sind. Dies nicht nur am Sonntag, sondern alle sieben Tage in der Woche. Wir nehmen zumeist eine Kosumhaltung ein u. verlassen uns auf den Pastor oder die Leitung. Doch was lesen wir in der Schrift?? Tobias hat es schon angesprochen, jeder hatte einen Psalm, ein Erlebnis, ein Wort, eine Aufmunterung, eine Ermahnung ect. ect.! Wir sind doch ein organischer Leib und sollten alle Sonntags mit dazu beitragen und es auch in der Woche miteinander leben und für einander dasein. Doch wie kann ich die Herzen der Geschwister in einer strukturierten Gemeinde für solch ein Leben als Christ errreichen und wie kann ich den Samen dafür aussäen? Hat jemand von Euch Erfahrungen damit?? Euer Wolfram Hallo zusammen,

habe mir den Bericht von Tobias durchglesen u. die anderen Kommentare dazu.

Es ist typisch für uns Christen, daß wir wieder in die lehrmäßige
Auseinandersetzung, wenn auch positiv, abgleiten. Sollten wir uns
nicht Gedanken darüber machen, was Gemeinde oder Gottesdienst
in der postmoderne oder nach der Postmoderne ist?

Persönlich habe ich von einer freien Gemeinde in eine Freikirche gewechselt. Hier ist ein großes Sehnen nach Wachstum geistlich
wie auch bzgl. der Mitglieder, da die Gemeinde überaltert ist.

Das Problem der meisten Gemeinden ist doch, daß man zur Kirche
oder Gottesdienst geht und nicht versteht, daß dies doch garnicht
möglich ist, da wir als einzelne Glieder doch Gemeinde sind. Dies
nicht nur am Sonntag, sondern alle sieben Tage in der Woche.

Wir nehmen zumeist eine Kosumhaltung ein u. verlassen uns auf
den Pastor oder die Leitung. Doch was lesen wir in der Schrift??

Tobias hat es schon angesprochen, jeder hatte einen Psalm,
ein Erlebnis, ein Wort, eine Aufmunterung, eine Ermahnung ect.
ect.! Wir sind doch ein organischer Leib und sollten alle Sonntags
mit dazu beitragen und es auch in der Woche miteinander leben und
für einander dasein.

Doch wie kann ich die Herzen der Geschwister in einer strukturierten
Gemeinde für solch ein Leben als Christ errreichen und wie kann ich
den Samen dafür aussäen? Hat jemand von Euch Erfahrungen damit??

Euer Wolfram

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Von: Uwe Metz http://zeit-geist.info/2009/10/06/im-gottesdienst-heimat-finden/comment-page-1/#comment-245 Uwe Metz Mon, 05 Apr 2010 16:12:15 +0000 http://zeit-geist.info/?p=36#comment-245 Betr. Abendmahl Ich muss mich hinsichtlich des Januarbeitrages von "Stef" als reformiert geprägter Christ zu Wort melden - sozusagen aus "patriotischen Gründen". Die calvinistisch geprägte Lehre vom Herrenmahl versucht einerseits einen Kompromiß zu finden zwischen verschiedenen Glaubensauffassungen, andererseits einen eigenen Akzent zu setzen. Und der betont die Gemeinschaft (die lutherische Auffassung - und damit diejenige, die die meisten Evangelischen in Deutschland teilen - betont vorallem die Erlösung von den Sünden). Es gibt noch eine andere reformierte Auffassung, die durch den Züricher Zwingli geformt wurde. Sie betont, dass das Herrenmahl eine reine Erinnerung ohne besondere Wirkweise ist. Calvin stimmte seinem Mitreformator in dieser Hinsicht nicht zu. Vermutlich hätte es die Trennung zwischen Luther und den reformierten Protestanten nicht gegeben, wenn sich der Wittenberger und Calvin gesprochen hätten. Wichtig bei allen Abendmahlslehren ist, dass alle - von katholisch bis reformiert - den Eindruck haben, es sei die angemessene biblische. Tja, bei der katholischen Transsubstantiation und erst recht bei einem Abendmahlsritus, bei dem der Glaubende nur ein Teil der Elemente (Brot) erhält, fällt mir Toleranz nicht ganz leicht. Aber ich muss dem anderen zugestehen, dass er auf diese Weise für seinen Glauben Stärkung findet. Deswegen bin ich eher zurückhaltend mit Festlegungen, was falsch und was biblisch ist. Jesus wollte seine Nachfolger stärken. Jeden einzelnen und alle zusammen. Denn der Weg mit ihm zu Gott bedarf dieser Stärkung. Unter diesem Gesichtspunkt der Stärkung ist das Herrenmahl auch gesellschaftskritisch. Denn die Kraft, die ich dort erhalte, kann ich mir auf keine andere Weise beschaffen. Sie ist einzigartig. Es gibt kein Ersatzprodukt, das man stattdessen in Anspruch nehmen kann. Deshalb ist es verwunderlich, dass wir Protestanten gleich welcher Couleur das Herrenmahl nur gelegentlich und nicht - wie die Katholiken - regelmäßig und häufig beanspruchen. Betr. Abendmahl

Ich muss mich hinsichtlich des Januarbeitrages von “Stef” als reformiert geprägter Christ zu Wort melden – sozusagen aus “patriotischen Gründen”. Die calvinistisch geprägte Lehre vom Herrenmahl versucht einerseits einen Kompromiß zu finden zwischen verschiedenen Glaubensauffassungen, andererseits einen eigenen Akzent zu setzen. Und der betont die Gemeinschaft (die lutherische Auffassung – und damit diejenige, die die meisten Evangelischen in Deutschland teilen – betont vorallem die Erlösung von den Sünden). Es gibt noch eine andere reformierte Auffassung, die durch den Züricher Zwingli geformt wurde. Sie betont, dass das Herrenmahl eine reine Erinnerung ohne besondere Wirkweise ist. Calvin stimmte seinem Mitreformator in dieser Hinsicht nicht zu. Vermutlich hätte es die Trennung zwischen Luther und den reformierten Protestanten nicht gegeben, wenn sich der Wittenberger und Calvin gesprochen hätten.

Wichtig bei allen Abendmahlslehren ist, dass alle – von katholisch bis reformiert – den Eindruck haben, es sei die angemessene biblische. Tja, bei der katholischen Transsubstantiation und erst recht bei einem Abendmahlsritus, bei dem der Glaubende nur ein Teil der Elemente (Brot) erhält, fällt mir Toleranz nicht ganz leicht. Aber ich muss dem anderen zugestehen, dass er auf diese Weise für seinen Glauben Stärkung findet. Deswegen bin ich eher zurückhaltend mit Festlegungen, was falsch und was biblisch ist. Jesus wollte seine Nachfolger stärken. Jeden einzelnen und alle zusammen. Denn der Weg mit ihm zu Gott bedarf dieser Stärkung. Unter diesem Gesichtspunkt der Stärkung ist das Herrenmahl auch gesellschaftskritisch. Denn die Kraft, die ich dort erhalte, kann ich mir auf keine andere Weise beschaffen. Sie ist einzigartig. Es gibt kein Ersatzprodukt, das man stattdessen in Anspruch nehmen kann. Deshalb ist es verwunderlich, dass wir Protestanten gleich welcher Couleur das Herrenmahl nur gelegentlich und nicht – wie die Katholiken – regelmäßig und häufig beanspruchen.

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Von: toby http://zeit-geist.info/2009/10/06/im-gottesdienst-heimat-finden/comment-page-1/#comment-244 toby Fri, 02 Apr 2010 16:37:23 +0000 http://zeit-geist.info/?p=36#comment-244 Ich sehe diese Entwicklung auf jeden Fall. Auch die "alten linken Evangelikalen" werden plötzlich wieder entdeckt, die genau diese politische Dimension des Evangeliums anmahnen, sei es Yoder oder Sider (ich glaube, dass dieses Jahr von beiden Bücher neu auf deutsch aufgelegt werden). Aber auch große evangelische Theologen werden von den "Evangelikalen" neu entdeckt, sei es Bonhoeffer oder Moltmann. Ich glaube fest, dass sich was tut... Ich sehe diese Entwicklung auf jeden Fall. Auch die “alten linken Evangelikalen” werden plötzlich wieder entdeckt, die genau diese politische Dimension des Evangeliums anmahnen, sei es Yoder oder Sider (ich glaube, dass dieses Jahr von beiden Bücher neu auf deutsch aufgelegt werden). Aber auch große evangelische Theologen werden von den “Evangelikalen” neu entdeckt, sei es Bonhoeffer oder Moltmann. Ich glaube fest, dass sich was tut…

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Von: Uwe Metz http://zeit-geist.info/2009/10/06/im-gottesdienst-heimat-finden/comment-page-1/#comment-243 Uwe Metz Fri, 02 Apr 2010 10:47:26 +0000 http://zeit-geist.info/?p=36#comment-243 Ich bin ja von Beruf Buchhändler und schaue mir regelmäßig die Vorschauen an. Es scheint ein sich vage ein Trendwechsel abzuzeichnen im Blick auf die Weise, wie Christen ihr Christsein verstehen: Der politische Gehalt des Glaubens findet ansatzweise stärkere Beachtung. Ich drücke mich zurückhaltend aus, weil anhand einiger Neuerscheinungen gewiss keine Tendenz auszumachen ist. Politisch meine ich im ursprünglichen Sinn des Wortes, also sich am öffentlichen Geschehen mitbeteiligen und zwar als ersten Schritt am Geschehen in der Gemeinde. Nicht nur das Buch von Stempfle, sondern auch der Titel "Jesus for President" von Clairborn und Haw (Brunnen) weisen in diese Richtung. Soeben kam ich aus einem evangelischen Karfreitagsgottesdienst. Da war von dieser Tendenz allerdings so gut wie gar nichts zu spüren. Wenn es ein Lichtstreifen am christlichen Horizont gibt, so ist er fadendünn. Aber es heißt ja "Oh Heiland, reiß die Himmel auf." Ich bin ja von Beruf Buchhändler und schaue mir regelmäßig die Vorschauen an. Es scheint ein sich vage ein Trendwechsel abzuzeichnen im Blick auf die Weise, wie Christen ihr Christsein verstehen: Der politische Gehalt des Glaubens findet ansatzweise stärkere Beachtung. Ich drücke mich zurückhaltend aus, weil anhand einiger Neuerscheinungen gewiss keine Tendenz auszumachen ist. Politisch meine ich im ursprünglichen Sinn des Wortes, also sich am öffentlichen Geschehen mitbeteiligen und zwar als ersten Schritt am Geschehen in der Gemeinde. Nicht nur das Buch von Stempfle, sondern auch der Titel “Jesus for President” von Clairborn und Haw (Brunnen) weisen in diese Richtung.
Soeben kam ich aus einem evangelischen Karfreitagsgottesdienst. Da war von dieser Tendenz allerdings so gut wie gar nichts zu spüren. Wenn es ein Lichtstreifen am christlichen Horizont gibt, so ist er fadendünn. Aber es heißt ja “Oh Heiland, reiß die Himmel auf.”

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Von: toby http://zeit-geist.info/2009/10/06/im-gottesdienst-heimat-finden/comment-page-1/#comment-242 toby Thu, 01 Apr 2010 17:43:49 +0000 http://zeit-geist.info/?p=36#comment-242 Danke für den Buchtipp, kannte ich bisher nicht, also Stempfle nicht Spener! ;) Danke für den Buchtipp, kannte ich bisher nicht, also Stempfle nicht Spener! ;)

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Von: Uwe Metz http://zeit-geist.info/2009/10/06/im-gottesdienst-heimat-finden/comment-page-1/#comment-241 Uwe Metz Thu, 01 Apr 2010 08:29:01 +0000 http://zeit-geist.info/?p=36#comment-241 Ich bin durch das Zitat in dem Beitrag aufmerksam geworden: "Lieber Tobias, 10 Jahre bin ich in den Gottesdienst gegangen und habe mich bedienen lassen, jetzt soll ich plötzlich aktiv mitmachen. Du musst mir Zeit geben, das bin ich nicht gewöhnt.“ Ich bin überzeugt, dass hier die Hauptursache für maue Gottesdienste liegt, die am Leben vorbeisprechen. Man ist es nicht gewöhnt, selbst aktiv zu werden, hält es vielleicht sogar für ungehörig, sich in die Predigtangelegenheit der studierten Theologen einzumischen. Im Grunde muss hier ein neues Bewußtsein gelegt werden für die Gemeinschaft der Heiligen und gegen die kirchlichen Gepflogenheiten. Ist kein neue Gedanke. Matthias Stempfle greift ihn in seinem (ausgezeichneten) Buch "Mehr als Gottes Bodenpersonal" auf (Brunnen Vlg.). Er wiederum greift auf eine heute beinahe vergessene Schrit von Spener zurück. Der forderte vor 300 Jahren, dass jeder Christ Verantwortung für das übernimmt, was in Gemeinde und Gottesdienst geschieht. Ich bin durch das Zitat in dem Beitrag aufmerksam geworden: “Lieber Tobias, 10 Jahre bin ich in den Gottesdienst gegangen und habe mich bedienen lassen, jetzt soll ich plötzlich aktiv mitmachen. Du musst mir Zeit geben, das bin ich nicht gewöhnt.“ Ich bin überzeugt, dass hier die Hauptursache für maue Gottesdienste liegt, die am Leben vorbeisprechen. Man ist es nicht gewöhnt, selbst aktiv zu werden, hält es vielleicht sogar für ungehörig, sich in die Predigtangelegenheit der studierten Theologen einzumischen. Im Grunde muss hier ein neues Bewußtsein gelegt werden für die Gemeinschaft der Heiligen und gegen die kirchlichen Gepflogenheiten. Ist kein neue Gedanke. Matthias Stempfle greift ihn in seinem (ausgezeichneten) Buch “Mehr als Gottes Bodenpersonal” auf (Brunnen Vlg.). Er wiederum greift auf eine heute beinahe vergessene Schrit von Spener zurück. Der forderte vor 300 Jahren, dass jeder Christ Verantwortung für das übernimmt, was in Gemeinde und Gottesdienst geschieht.

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Von: Stef http://zeit-geist.info/2009/10/06/im-gottesdienst-heimat-finden/comment-page-1/#comment-239 Stef Mon, 04 Jan 2010 09:06:33 +0000 http://zeit-geist.info/?p=36#comment-239 Natürlich geht es beim "Abendmahl" um Versöhnung. Aber auch um den Neuen Bund, der durch ein „Mahl“ immer wieder auf’s Neue geschlossen wird (vgl. Lk 20,22). Und das große Wunder dabei ist die reale Anwesenheit Jesu (wie das auch Luther prinzipiell lehrte). Das ist sicherlich nicht unwesentlich. Nicht umsonst hat man in der Alten Kirche die Taufbewerber erst nach der Taufe in die "Geheimnisse" der Eucharistiefeier eingeweiht (Man soll ja auch nicht das "Heilige den Hunden geben“, vgl. Mt 7,6). Und verständlicherweise kam damals dann auch das Gerücht auf, die Christen würden Kannibalismus betreiben (was bei einem reinen Gedächtnismahl sicherlich nicht der Fall gewesen wäre). Wenn es um das "ewige Leben" geht, dann ist mir ehrlich gesagt wichtiger, was Jesus lehrt (vgl. Joh 6) als irgendein Reformer (wie z.B. Calvin). Und wenn ich mir bei einer Bibelstelle nicht ganz sicher bin, was diese genau bedeutet oder wie sie gemeint ist, dann zählt für mich mehr, "was überall, immer, von allen geglaubt worden ist"(so „definierte“ Vinzenz von Lérins im 5.Jh. n.Chr. was „wirklich katholisch“ ist) als was Einzelpersonen 1500 Jahre nach Jesu Tod denken. Somit stellt sich für mich die reformierte Lehre vom Abendmahl eine gravierende Verfälschung der urchristlichen (bzw. biblischen) Lehre dar und eine Vorenthaltung eines besonderen Segens Gottes für die entsprechenden Gläubigen. Natürlich geht es beim “Abendmahl” um Versöhnung. Aber auch um den Neuen Bund, der durch ein „Mahl“ immer wieder auf’s Neue geschlossen wird (vgl. Lk 20,22). Und das große Wunder dabei ist die reale Anwesenheit Jesu (wie das auch Luther prinzipiell lehrte). Das ist sicherlich nicht unwesentlich. Nicht umsonst hat man in der Alten Kirche die Taufbewerber erst nach der Taufe in die “Geheimnisse” der Eucharistiefeier eingeweiht (Man soll ja auch nicht das “Heilige den Hunden geben“, vgl. Mt 7,6). Und verständlicherweise kam damals dann auch das Gerücht auf, die Christen würden Kannibalismus betreiben (was bei einem reinen Gedächtnismahl sicherlich nicht der Fall gewesen wäre).
Wenn es um das “ewige Leben” geht, dann ist mir ehrlich gesagt wichtiger, was Jesus lehrt (vgl. Joh 6) als irgendein Reformer (wie z.B. Calvin). Und wenn ich mir bei einer Bibelstelle nicht ganz sicher bin, was diese genau bedeutet oder wie sie gemeint ist, dann zählt für mich mehr, “was überall, immer, von allen geglaubt worden ist”(so „definierte“ Vinzenz von Lérins im 5.Jh. n.Chr. was „wirklich katholisch“ ist) als was Einzelpersonen 1500 Jahre nach Jesu Tod denken. Somit stellt sich für mich die reformierte Lehre vom Abendmahl eine gravierende Verfälschung der urchristlichen (bzw. biblischen) Lehre dar und eine Vorenthaltung eines besonderen Segens Gottes für die entsprechenden Gläubigen.

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Von: toby http://zeit-geist.info/2009/10/06/im-gottesdienst-heimat-finden/comment-page-1/#comment-238 toby Sun, 03 Jan 2010 12:50:43 +0000 http://zeit-geist.info/?p=36#comment-238 Ja, es ist die "alte Diskussion" um die Transsubstantiationlehre. Da bin ich doch eher Protestant. :) Das Abendmahl würde ich auch nicht auf diesen Punkt reduzieren, sundern würde es tatsächlich im Kontext des Reiches Gottes sehen. Hier wird nicht nur Kreuz und Auferstehungskraft sichtbar, sondern es geht um eine umfassende Versöhnungstheologie die im Abendmahl ihren Ausdruck bekommt. Versöhnung zwischen Gott und Mensch, aber auch darüber hinaus zwischen den Menschen. Prof Kritzinger hat dazu mal passendeweise geschrieben: „Das Abendmahl ist für ihn ein zentrales Bild, das ganz praktisch Menschen einlädt, sie versammelt an Gottes großen Tisch. Dort ist für sie bereit, was sie zum Leben brauchen. Brot und Wein, Sinnbild für Christus, der uns durch seine Auferstehung aus dem alten Muster des Todes in ein Leben der Erneuerung befreit. Wir teilen das Brot und den Wein mit allen, die zusammen gekommen sind, werden gestärkt und dann ausgesandt. Dieses Teilen bezieht sich auf alle Bereiche unseres Lebens. Es sind genügend Ressourcen auf der Erde vorhanden und es ist unsere Aufgabe, diese gerecht zu verteilen. Unser Auftrag umfasst geistliche und materielle, geistige und spirituelle Güter, die wir mit Menschen teilen.“ Wenn wir dies leben udn erleben, kommen tatsächlich Himmel und Erde zusammen.... Ja, es ist die “alte Diskussion” um die Transsubstantiationlehre. Da bin ich doch eher Protestant. :)
Das Abendmahl würde ich auch nicht auf diesen Punkt reduzieren, sundern würde es tatsächlich im Kontext des Reiches Gottes sehen. Hier wird nicht nur Kreuz und Auferstehungskraft sichtbar, sondern es geht um eine umfassende Versöhnungstheologie die im Abendmahl ihren Ausdruck bekommt. Versöhnung zwischen Gott und Mensch, aber auch darüber hinaus zwischen den Menschen. Prof Kritzinger hat dazu mal passendeweise geschrieben:
„Das Abendmahl ist für ihn ein zentrales Bild, das ganz praktisch Menschen einlädt, sie versammelt an Gottes großen Tisch. Dort ist für sie bereit, was sie zum Leben brauchen. Brot und Wein, Sinnbild für Christus, der uns durch seine Auferstehung aus dem alten Muster des Todes in ein Leben der Erneuerung befreit. Wir teilen das Brot und den Wein mit allen, die zusammen gekommen sind, werden gestärkt und dann ausgesandt. Dieses Teilen bezieht sich auf alle Bereiche unseres Lebens. Es sind genügend Ressourcen auf der Erde vorhanden und es ist unsere Aufgabe, diese gerecht zu verteilen. Unser Auftrag umfasst geistliche und materielle, geistige und spirituelle Güter, die wir mit Menschen teilen.“

Wenn wir dies leben udn erleben, kommen tatsächlich Himmel und Erde zusammen….

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Von: Stef http://zeit-geist.info/2009/10/06/im-gottesdienst-heimat-finden/comment-page-1/#comment-237 Stef Sun, 03 Jan 2010 06:54:41 +0000 http://zeit-geist.info/?p=36#comment-237 Jetzt muss ich mich gleich noch ein wenig korrigieren. Ich habe oben bzgl. des "Eucharistiewunders" schlecht formuliert und eher die lutherische als die katholische Theologie beschrieben. Bei Luther ist Jesus in Brot und Wein (lediglich) geistig anwesend (Brot und Wein bleiben Brot und Wein), nach katholischen Glauben (und gemäß dem Zeugnis der frühen Christen, s.o.) verwandelt sich Brot und Wein tatsächlich in den Leib und das Blut Jesu (so unglaublich das auch klingen mag). Damit ist Jesus sehr wohl mit den menschlichen Sinnen in der Eucharistie erfahrbar (Brot und Wein schmecken jedoch weiterhin nach Brot und Wein, auch wenn sie der Leib und das Blut Jesu geworden sind). Was man mit den Sinnen jedoch nicht wahrnehmen kann ist Jesus als Mensch wie vor 2000Jahren. Damit bleibt die Eucharistie ein "Mysterium" und fordert unseren Glauben enorm heraus. Dennoch ist dieser Glaube übrigens biblisch, da folgende Aussage Jesu darauf hinweist und sie ansonsten auch keinen Sinn machen würde: <blockquote>"53 Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. 54 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. 55 Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank. 56 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm."(Joh 6,53-56/EÜ)</blockquote> Durch das Essen des "Lamm Gottes" wird der neue Bund mit den Menschen geschlossen ganz analog zum Vorausbild im Alten Testament (Passah-Lamm/Exodus aus Ägypten). Jetzt muss ich mich gleich noch ein wenig korrigieren.
Ich habe oben bzgl. des “Eucharistiewunders” schlecht formuliert und eher die lutherische als die katholische Theologie beschrieben.
Bei Luther ist Jesus in Brot und Wein (lediglich) geistig anwesend (Brot und Wein bleiben Brot und Wein), nach katholischen Glauben (und gemäß dem Zeugnis der frühen Christen, s.o.) verwandelt sich Brot und Wein tatsächlich in den Leib und das Blut Jesu (so unglaublich das auch klingen mag).
Damit ist Jesus sehr wohl mit den menschlichen Sinnen in der Eucharistie erfahrbar (Brot und Wein schmecken jedoch weiterhin nach Brot und Wein, auch wenn sie der Leib und das Blut Jesu geworden sind).
Was man mit den Sinnen jedoch nicht wahrnehmen kann ist Jesus als Mensch wie vor 2000Jahren. Damit bleibt die Eucharistie ein “Mysterium” und fordert unseren Glauben enorm heraus.
Dennoch ist dieser Glaube übrigens biblisch, da folgende Aussage Jesu darauf hinweist und sie ansonsten auch keinen Sinn machen würde:

“53 Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. 54 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. 55 Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank. 56 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm.”(Joh 6,53-56/EÜ)

Durch das Essen des “Lamm Gottes” wird der neue Bund mit den Menschen geschlossen ganz analog zum Vorausbild im Alten Testament (Passah-Lamm/Exodus aus Ägypten).

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